10 Fragen an Jäger und Sammler – Ingrid Roosen-Trinks

Posted by ibh on 3. Dezember 2016

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Auf IN BEST HANDS gibt es viele leidenschaftliche Suchgeschichten. Doch wer sind die Menschen dahinter? Ab sofort stellen wir ihnen jede Woche zehn Fragen über das „Jagen und Sammeln“ besonderer Schätze.  Den Anfang macht Ingrid Roosen-Trinks. Die Kunstsammlerin ist auch Investorin bei IN BEST HANDS. Zuvor war sie Geschäftsführerin von Klassik Radio, Direktorin der Montblac Kulturstiftung und Kuratorin der Hamburg Art Week

Ingrid Roosen-Trinks in ihrer Berliner Wohnung

Ingrid Roosen-Trinks in ihrer Berliner Wohnung


1. Jägerin oder Sammlerin?

Jägerin. Weil mir die Dinge eher ungeplant vor die Flinte laufen. Ich verstehe mich nicht als konsequente Sammlerin, sondern entdecke gerne auf Kunstmessen oder Ausstellungseröffnungen und kaufe spontan aus dem Bauch heraus. Das ist wie „Liebe auf den ersten Blick“.

2. Und wie kam es dann zu Ihrer großen Kunstsammlung?
Das ergab sich mit der Zeit – auch durch den Kontakt mit den Künstlern. Zu einigen ist eine Art Freundschaft entstanden und so ergibt sich automatisch ein Interesse an der Entwicklung der Arbeiten.

3. Was bedeutet Ihnen dieser Kontakt als Sammlerin?
Er ist für mich fast das Wichtigste. Auch zu den Galeristen pflege ich gerne einen freundschaftlichen Kontakt, damit man im Austausch miteinander bleibt.
Die Sammlerin mit Künstlerin Michelle Jezierski

Die Sammlerin mit Künstlerin Michelle Jezierski


4. Gibt es ein Lieblingsstück in Ihrer Sammlung, oder würde man den anderen Stücken damit Unrecht tun?
Zu jedem Kunstwerk gibt es eine Geschichte, wie und wo man es entdeckt hat, in welcher Phase des Lebens man sich befand und was man erlebt hat. Daraus kann man ein Buch voller Anekdoten schreiben. Darum sind mir sehr viele Arbeiten dermaßen ans Herz gewachsen, dass ich mich nie davon trennen könnte und ich auch nie sagen könnte, was mein Lieblingsstück ist. Wie bei Kindern, die mag man auch alle auf eine andere Art.

5. Aber zum ersten hat man vielleicht doch eine besondere Beziehung?
Das erste Stück meiner Sammlung war 1972 ein Geschenk von Peter Pewas, einem Regisseur, der auch Maler war. Es hat immernoch einen sehr prominenten Platz in meiner Sammlung.

6. Was war Ihr leidenschaftlichster Sammler-Moment?
Das war eine besondere Begegnung, als die Villa Griesebach eine Zeitlang auch als zeitgenössische Galerie fungiert hat, nicht nur als Auktionshaus. Es gab eine Ausstellung mit dem irischen Künstler Steven Craig. Als ich die Treppe hochkam war ich völlig von einer Arbeit überwältigt, die mit über 800 Glühbirnen über zwei Wände verteilt hing und aussah wie ein überdimensionaler Flipper-Automat. Sie hieß „Fireball“ und hat mich nicht mehr losgelassen. Ich konnte mir die Arbeit nicht leisten. Zum Glück konnte ich mich mit dem Galeristen vereinbaren, dass ich sie in Raten über einen sehr langen Zeitraum abbezahle. Sie hing dann eine Zeit lang auch an der Wand, als wir noch in einem großen Loft gewohnt haben. Jetzt sind wir umgezogen und haben leider keinen Platz mehr dafür und musste sie einlagern.

7. Ihre aktuelle Wohnung ist ebenfalls voller Kunst. Was passiert, wenn es doch mal zu eng wird?
Dass stelle ich die Bilder an die Wand, damit ich sie mal alle durchsehen kann, und versuche umzuhängen, um doch noch irgendwelche Lücken zu schaffen. Je mehr es wird, desto schwieriger. Ich trenne mich nicht gerne von Stücken, indem ich sie einlagere.

8. Wie weit würden Sie gehen, um ein bestimmtes Objekt zu kommen?
Ich würde mich schweren Herzens von einer anderen Arbeit trennen. Dann hätte ich Platz und Geld für das begehrte Stück. Man findet immer einen Weg.

9. Sie haben lange im Vorstand von Montblanc gearbeitet.  Gibt es aus diesen Zeiten andere Sammel-Leidenschaften? Füller zum Beispiel? 
Nein, aus diesen Zeiten nicht. Aber ich habe tatsächlich noch eine andere Leidenschaft, und das sind schöne alte Autos. Ich habe ein paar davon und mein Sammlerherz schlägt höher, wenn ich ein tolles Exemplar sehe. Aus Budgetgründen ist diese Sammlung allerdings überschaubar …

10. Als junges Mädchen waren Sie Flugbegleiterin für Lufthansa. Sammelt man viele Souvenirs in diesem Job. 
Damals hatte mal zwischen den Flügen immer ein paar Tage frei und viel Zeit. Man hat wahnsinnig viel Souvenirs mitgeschleppt, aus Asien und Afrika, Körbe, Masken und unendlich viele solcher Dinge.
(Mhoo / In Best Hands)
Ingrid Roosen-Trinks mit Künstler Björn Melhus

Ingrid Roosen-Trinks mit Künstler Björn Melhus

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